HM Die Casting
Druckguss Lieferantenauswahl
Einkauf & Beschaffung5 Min. Lesezeit · Jan 2026

Druckguss-Lieferanten richtig auswählen: 8 Kriterien für erfahrene Einkäufer

Von Sam Lau, HM Die Casting · Jan 2026

Die Wahl des falschen Druckguss-Partners kostet Zeit, Geld und Nerven. Diese 8 Kriterien helfen Ihnen, seriöse Lieferanten zu erkennen – und Red Flags frühzeitig zu identifizieren.

Warum Lieferantenauswahl im Druckguss kritisch ist

Im Druckguss sind Werkzeugkosten, Entwicklungszeit und Qualitätsrisiken hoch. Ein Lieferantenwechsel nach dem T1-Muster ist extrem teuer. Wer bei der Qualifizierung sorgfältig vorgeht, spart langfristig erheblich.

01Fertigungskompetenz & Maschinenpark

Prüfen Sie: Welche Schließkräfte stehen zur Verfügung? 160–500 t für kleine bis mittlere Teile, 630–1.600 t für große Gehäuse. Gibt es automatisierte Zellen (Entnahme-Roboter, Kühlstrecke, Dreistation-Press)? Ist Vakuum-Druckguss verfügbar für dichtigkeitskritische Teile?

Interview-Frage:

"Zeigen Sie uns Ihr Maschinenverzeichnis mit Baujahr und Schließkraft."

02Qualitätsmanagementsystem

ISO 9001 ist Mindeststandard. IATF 16949 zeigt automotive-ready-Kompetenz. Wichtiger als das Zertifikat: Wie lebt der Lieferant sein QM? PPAP Level 3 verfügbar? CMM-Messmaschinen vorhanden? SPC eingesetzt?

Interview-Frage:

"Können Sie uns ein Beispiel-PPAP Level 3 zeigen?"

03DFM-Kompetenz (Design for Manufacturability)

Ein guter Druckguss-Partner kommentiert Ihre Zeichnung proaktiv – auf Wandstärken, Entformungsschrägen, Angussposition, Porositätsrisiken. Wenn der Lieferant Ihre Zeichnung kommentarlos akzeptiert, ist das ein schlechtes Zeichen.

Interview-Frage:

"Zeigen Sie uns einen DFM-Report für ein typisches Bauteil."

04Prozesskette & Eigenleistung

Macht der Lieferant alles selbst (Werkzeugbau, Guss, CNC, Oberfläche) oder vergib er wesentliche Teile? Subcontracting ist nicht per se schlecht, aber: Wer ist für die Qualität der Gesamtlieferung verantwortlich? Je mehr unter einem Dach, desto weniger Schnittstellenrisiko.

Interview-Frage:

"Was machen Sie selbst, was wird extern vergeben?"

05Kommunikation & Reaktionszeit

Angebot in 24h? Technische Fragen am selben Tag beantwortet? Haben Sie einen festen Ansprechpartner, der Ihre Projekte kennt? Gute Kommunikation ist kein Nice-to-have – sie ist das Frühwarnsystem für Projektprobleme.

Interview-Frage:

"Wer ist unser fester Ansprechpartner für Projektkommunikation?"

06Referenzen & Branchenerfahrung

Hat der Lieferant Erfahrung mit Ihrer Branche (Automotive, Robotik, EV, Industrie)? Kann er Referenzkunden nennen? Gibt es Fotos von vergleichbaren Bauteilen? Vorsicht: Referenzen in einer Branche bedeuten nicht automatisch Kompetenz in Ihrer.

Interview-Frage:

"Zeigen Sie uns 3 Bauteile, die unserem ähnlich sind."

07Preistransparenz & Logistik

Ist das Angebot aufgeschlüsselt (Werkzeug, Stückpreis, CNC, Oberfläche, Verpackung, Fracht)? Gibt es klare Incoterms? Wie wird die Lieferzeit nach Erstmuster-Freigabe definiert? Was passiert bei Werkzeugänderungen?

Interview-Frage:

"Schlüsseln Sie bitte Werkzeugkosten, Stückpreis und Nacharbeit separat auf."

08Red Flags erkennen

Kein Kommentar zu Ihrer Zeichnung (DFM-Schwäche)
Preis ohne Aufschlüsselung – pauschal und sehr günstig
Kein PPAP angeboten oder unbekannt
Reaktionszeit > 48h auf technische Anfragen
"Wir können alles" ohne Nachweis
Keine Messberichte bei Erstbemusterung möglich
Werkzeugbau extern, QM-Verantwortung unklar

Fazit & Kurzcheckliste

Ein guter Druckguss-Lieferant zeichnet sich durch proaktive DFM-Kommunikation, transparente Preise, nachweisbares QM und schnelle Reaktionszeiten aus. Vertrauen entsteht durch konkrete Nachweise, nicht durch Hochglanzbroschüren.

Testen Sie uns nach diesen 8 Kriterien

Schicken Sie uns Ihre Zeichnung – und stellen Sie uns alle 8 Fragen. Wir beantworten jede davon.

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